Das Lausanner Forum 2026 der Lausanner Bewegung Deutschland brachte über 50 Verantwortliche aus Kirchen, Werken und missionarischen Initiativen zusammen, um zentrale Fragen zeitgemäßer Evangelisation zu reflektieren. Inhaltlich geprägt wurde das Forum durch die Vorträge von Luke Greenwood und Marcus Schneider. Zugleich markierte das Treffen einen bedeutenden personellen Übergang in der Leitung der Bewegung. Evangelisation in …
Das Lausanner Forum 2026 der Lausanner Bewegung Deutschland brachte über 50 Verantwortliche aus Kirchen, Werken und missionarischen Initiativen zusammen, um zentrale Fragen zeitgemäßer Evangelisation zu reflektieren. Inhaltlich geprägt wurde das Forum durch die Vorträge von Luke Greenwood und Marcus Schneider. Zugleich markierte das Treffen einen bedeutenden personellen Übergang in der Leitung der Bewegung.
Evangelisation in säkularer Kultur: Luke Greenwood
Mit zwei aufeinander aufbauenden Beiträgen setzte Luke Greenwood, Leiter von Steiger Europe, einen zentralen theologischen Akzent.
In seinem Vortrag „7 Lies in Secular Culture and How the Gospel Responds“ analysierte Greenwood prägende Narrative säkularer Kultur – etwa Sinnverlust, Identitätsverunsicherung, Einsamkeit und die Vorstellung, Gott sei irrelevant oder nur über religiöse Institutionen zugänglich. Diese Deutungsmuster seien, so Greenwood, weniger Ausdruck von Gleichgültigkeit als Hinweise auf einen tiefen spirituellen Hunger.
Pointiert fasste er diese Beobachtung zusammen:
„Das Evangelium ist auch heute kraftvoll – selbst in einer hoch säkularen Kultur. Denn unter der Oberfläche herrscht ein tiefer spiritueller Hunger.“
Im zweiten Vortrag „Bridging the Gap between the Church and Secular Youth Culture“ rief Greenwood dazu auf, die wachsende Distanz zwischen Kirche und säkularer Jugendkultur ernst zu nehmen. Evangelisation beginne dort, wo Christen bereit seien, Barrieren zu überwinden, zuzuhören und präsent zu sein – in den konkreten Lebenswelten junger Menschen. Kirche müsse lernen, kulturell verständlich zu sprechen, ohne das Zentrum des Evangeliums preiszugeben.
Das ganze Evangelium leben: Gemeinde und Diakonie im urbanen Umfeld
Einen praxisnahen Schwerpunkt setzte Marcus Schneider, Pastor, Vorstandsvorsitzender des Ankerplatzes Wuppertal und bekannt als „Breitester Pastor Deutschlands“.
In seinem Vortrag „The Whole Gospel: Gemeinde und Diakonie im urbanen Umfeld“ machte Schneider deutlich, dass Evangelisation und Diakonie keine Gegensätze sind, sondern aus einer gemeinsamen Vision heraus gelebt werden müssen. Am Beispiel des Ankerplatzes zeigte er, wie Gemeinde, Sozialarbeit und missionarisches Handeln bewusst als Einheit gestaltet werden können.
Diakonisches Handeln, so Schneider, beginne bei der konkreten Not von Menschen und müsse voraussetzungslos geschehen. Zugleich bleibe das Ziel klar: Menschen einen Weg zu Jesus zu eröffnen. Nicht Programme seien die Brücke zwischen Not und Evangelium, sondern Menschen selbst – Christinnen und Christen, die ihr Umfeld kennen, Verantwortung übernehmen und ihre Leidenschaft, Begabungen und Berufung einbringen. Wo Gemeinde und Diakonie gemeinsam unterwegs seien, werde das „ganze Evangelium“ glaubwürdig sichtbar – gerade im urbanen Kontext.
Abschied, Dank und Neuwahl: Vorstand der Lausanner Bewegung Deutschland
Ein besonderer Moment des Forums war die Mitgliederversammlung der Lausanner Bewegung Deutschland. Nach vielen Jahren prägenden Wirkens legte Roland Werner den Vorsitz nieder und schied aus dem Vorstand aus.
In seinen Abschiedsworten blickte Werner dankbar auf die Entwicklung der Bewegung zurück und betonte ihre Zukunftsfähigkeit:
„Ich bin total dankbar, dass ich nach zwei Amtszeiten nicht den Totenschein ausstellen musste – sondern: die Bewegung geht weiter.“
Zugleich beschrieb er die Rolle der Bewegung im deutschen Kontext als verbindendes Element zur weltweiten Lausanner Bewegung: „Wir sind quasi die Landing Page für die internationale Lausanner Bewegung in Deutschland – und da können wir ganz viel lernen.“
Mit Blick auf den bleibenden Auftrag erinnerte Werner an das Herz des Lausanner Anliegens: „Es soll das ganze Evangelium durch die ganze Gemeinde der ganzen Welt gesagt werden – inklusive der sozialen Komponenten.“
Roland Werner hat die Lausanner Bewegung Deutschland über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt – als Theologe, Bibelübersetzer, Autor und Brückenbauer zwischen Evangelisation, gesellschaftlichem Dialog und geistlicher Tiefe. Sein Dienst wurde mit großer Dankbarkeit gewürdigt.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde der Vorstand neu aufgestellt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Alexander Hirsch und Simon Diercks. Weiterhin gehören dem Vorstand an Karsten Hüttmann, Evi Rodemann und Andreas Schlamm.
Die Vorträge von Luke Greenwood und Marcus Schneider können über den YouTube-Kanal sowie den Podcast der Lausanner Bewegung Deutschland nachträglich angesehen und angehört werden.
Das Lausanner Forum 2026 machte deutlich: Evangelisation braucht heute kulturelle Übersetzung und gelebte Praxis – und eine Kirche, die bereit ist zuzuhören, Barrieren zu überwinden und Menschen dort zu begegnen, wo sie leben.












